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Bürgertum und Boheme: Die Wolfratshauser Bergwaldvillen und ihre Bewohner
HVW, BWV, hören statt lesen Unser Buchprojekt in 100 Sekunden:

 

HVW, Bergwaldvillen, Schmuck
DIE SCHNELLRIEDER-VILLA
von Heidrun und Peter J. Opitz
 
HVW, BWV, hören statt lesen Hier hören Sie in knapp 80 Sekunden, worum es geht:
 
Als der Volksschullehrer Josef Schnellrieder im Jahre 1903 sein neu errichtetes Haus am Wolfratshauser Bergwald bezog – es trug damals noch die Nummer 132 ¼ –, meldeten sich sofort die Neider zu Wort. So heißt es in einem anonymen Brief von 1903: “Ich bin ein Bürger und mahne Sie, denn an den Biertischen wird bös auf Sie gesprochen, ein Haus hat sich noch kein Lehrer gebaut, so was verübelt man hier recht. (…) Ich hab Sie im Wirtshaus in Schutz genommen, aber da heißt(s), wenn er baut, dann spinnt er und der Pfarrer lacht ihn schön aus. Wie Sie wollen, beliebt machen Sie sich nie.” Heute, kurz nach dem 100. Geburtstag dieses Hauses, lesen wir in dem Buch “Denkmäler in Bayern” den Eintrag: “Reizvolles Gebäude der Jahrhundertwende in Hanglage, (mit) Rundturm, daneben Altane mit geschnitzter Brüstung und Zierfachwerk in Jugendstilformen” . . . Weiterlesen   HVW, Bürgertum und Boheme, Schnellrieder-Villa
 
JOSEF SCHNELLRIEDER (1862–1941) – EIN NICHT IMMER WOHLGELITTENES GENIE
von Heidrun Opitz

“Es gereicht einem Orte immer zur Empfehlung, wenn pensionierte Beamte und Lehrer nach Ableistung ihrer Dienstzeit und Eintritt in den Ruhestand den Ort ihrer bisherigen Tätigkeit nicht schleunigst verlassen, sondern dort auch ihre Ruhetage verbringen. Einen Beweis der Treue gegenüber dem einstigen Wirkungskreis hat Oberlehrer Josef Schnellrieder in Wolfratshausen gegeben.

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Am 15. Februar 1894 wurde er auf Ansuchen von Münsing nach Wolfratshausen versetzt. Seither sind 44 Jahre verflossen und die männlichen und weiblichen Lehrkräfte, die in dieser Zeit nach Wolfratshausen berufen wurden und den Ort auch wieder verlassen haben, bilden eine lange Reihe.
Oberlehrer Josef Schnellrieder aber blieb uns treu und viele seiner ehemaligen Schüler freuen sich immer wieder, wenn sie dem einstigen Lehrer begegnen.

Außerdem hat Oberlehrer Schnellrieder unsere Gegend durch ein paar hübsche Landhäuser verschönert. Als Pensionist noch immer an Arbeit gewöhnt stellte er gewissenhaft die Ortsgeschichte des Marktes zusammen und hat damit einen weiteren Beweis seiner Anhänglichkeit erbracht.”

Soweit diese Laudatio vom 14. Februar 1938 im “Wolfratshauser Tagblatt”, die aber wohl die damalige Situation ein wenig verzerrt wiedergibt. Denn so wohlgelitten, wie es nach dieser Lektüre den Anschein hat, war Josef Schnellrieder bei seinen Zeitgenossen nicht. Dafür gab es mehrere Gründe . . . Weiterlesen

 

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Das nächste Kapitel – ab 15.5.21 abrufbar:

JOSEF-SCHNELLRIEDER-WEG 4
von Gernot Schnabel

Im Jahre 1919 erwarb der Zimmerermeister Nikolaus Lanzinger am Wolfratshauser Berg zwischen Beuerberger Straße und Berggasse ein Grundstück. Der Bauplatz hatte eine Größe von 0,137 Hektar und kostete 4.000 Mark. Nach dem Willen des Wolfratshauser Baumeisters und Architekten sollte hier ein Einfamilienhaus entstehen. Der Bauplan von 1922 zeigt eine stattliche Villa im oberbayerischen Stil und wie eine Vielzahl seiner Bauten beeindruckt auch dieses Haus durch seine aufwendige Dachstuhl- und Fachwerkkonstruktion. Eigentlich wirkt das Haus majestätischer als so manche alte Villa in der Nachbarschaft, den Beinamen “Villa” sollte es jedoch nie erhalten.

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Im Jahre 1925 war das Haus mit der Nummer 133 ⅓ fertig gestellt. In den Jahren zwischen Planung und Ausführung muss dem Bauherrn einiges durch den Kopf gegangen sein, denn die eigentliche Ausführung weicht von der Planung nicht nur in Details ab. Dennoch wurde es wie geplant von außen ein sehr stattliches, repräsentatives und von innen ein sehr geräumiges Bauwerk. Den Josef-Schnellrieder-Weg gab es damals noch nicht. Nur ein Fußweg führte von der Beuerberger Straße hinauf. Am Grundstückseingang wurde man von einem kleinen Tor aus massiver Eiche empfangen; idyllisch im Gegensatz zu heute, wo die Straße und die breite Hofeinfahrt vom Autoverkehr geprägt ist.

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Freuen Sie sich auf die Wiederentdeckung wichtiger historischer Wurzeln Ihrer Stadt und schauen Sie dazu immer mal wieder hier vorbei. Dies ist die Reihenfolge der Veröffentlichungen:

Lageplan und Inhaltsverzeichnis Einführung: Der Zeitgeist wohnt im Isartal Die Littig-Villa: Herrschaftshaus und Dienstmädchen Die Lanzinger-Villa: Nikolaus Lanzinger Das Kaminkehreranwesen Die Villa Bella Erich von Kahler und das Haus St. Georg Die Villa Anna Die Villa Alpenblick Die Villa Fortuna Kathis Ruh: Die wechselvolle Geschichte der Villa Panorama Der Gagert-Hof Das Fahnensattlerhaus – Der Kunstmaler Hermann Neuhaus Die Lutz-Villa D.H. Lawrence und die Villa Vogelnest DIE SCHNELLRIEDER-VILLA: JOSEF SCHNELLRIEDER – EIN NICHT IMMER WOHLGELITTENES GENIE Haus Josef-Schnellrieder-Weg 4 Die Amerikaner-Villa Die Restauration zum Bruckmair: “Die Nazis haben uns schon Angst gemacht” – Jugendzeit neben der “Gauschule” – Stand: 8.5.2021

Quelle: © 2005 Historischer Verein Wolfratshausen 2005, 1. Auflage