Historischer Verein Wolfratshausen e.V.
Littig-Villa, Beuerberger Str. 1 • 82515 Wolfratshausen • Tel.: 08171–34 59 05
E-Mail: info@histvereinwor.de
Bankverbindung: IBAN DE68 7005 4306 0000 5307 25, BIC BYLADEM1WOR



Trenner

2017 – GEDENKEN AN DIE BÜCHERVERBRENNUNG – 1933



Trenner

Haus Alpenstraße 14, Wolfratshausen

Der Historische Verein Wolfratshausen und Anwohner protestieren gegen den Abriss!

HVW, Wolfratshausen, Alpenstraße

 
HVW, Zeitungsartikel Dr. Kaija Voss   Monumentaler Neoklassizismus” – Auszug aus dem Artikel von Dr. Kaija Voss für die Serie “Baustilkunde” in der Bayerischen Staatszeitung vom 28.4.17

. . . Das Ensemble steht unter Denkmalschutz
Auch die von 1936 bis 1938 in Wolfratshausen entstandene Wohnsiedlung „Isarleiten“ für Angestellte der Sprengstoffwerke von Geretsried, gehört zur Architektur im Nationalsozialismus. Heute steht das zwischen Alpenstraße und Schießstättstraße gelegene Ensemble unter Denkmalschutz. Seine Gestaltung adaptiert regionale historische Bauformen des Voralpenlands: Holzbalkone, asymmetrisch angebrachte Erker, flache Satteldächer, barockisierende Schnitzereien an Fensterläden und Türen sowie imitiertes Giebelbundwerk. Den in der Rüstungsindustrie tätigen Bewohnern wurde eine ländlich-kleinstädtische „Heimatlichkeit“ suggeriert, vor dem Hintergrund von Kriegsvorbereitung und Sprengstoffproduktion im Wolfratshauser Forst – eine weitere Facette der Ideologisierung von Architektur.

Bis heute bestehende Bauten aus der Zeit des Nationalsozialismus sollen nicht unkommentiert oder unerkannt bleiben, sind sie doch Ausdruck des menschenverachtenden NS-Regimes. Sie dürfen aber auch nicht per se abgerissen werden, die Gebäude gehören zwar zu den „unbequemen Denkmalen“, sind aber wichtige steinerne Zeitzeugen. Viele dieser Bauten stehen daher unter Denkmalschutz, laut dem Bayerischen Denkmalschutzgesetz vom 27. Juli 2009. Darin heißt es, aufgrund der geschichtlichen, städtebaulichen und wissenschaftlichen Bedeutung, bestehe ein Interesse der Allgemeinheit an ihrer Erhaltung. Für jede Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus sind erhaltene Sachzeugnisse aus jener Zeit unabdingbar.

 

Trenner

 
Brief Dr. Sybille Krafft   Zeitzeugnisse dürfen nicht zerstört werden!

Das Ensemble Alpenstr./Schießstättstr. ist ein zentraler Teil der Wolfratshauser Zeitgeschichte. Es wurde im zeittypischen Heimatstil für die leitenden Angestellten der Munitionsfabriken im Wolfratshauser Forst errichtet und ist somit unmittelbar mit dem Erinnerungsprojekt Föhrenwald verbunden. Im Gegensatz zum heutigen Waldram ist das Ensemble an der Alpenstr./Schießstättstr. aber bis jetzt noch unversehrt erhalten geblieben. Der Abbruch eines Ensembleteils würde einen schrecklichen Präzedenzfall für weitere Häuser in diesem Schutzbereich bedeuten. Alle bisherigen Bemühungen der Anwohner, ihre historischen Gebäude zu erhalten, würden entwertet und ein geschlossenes Denkmalviertel ohne Not zerstört werden.

Nicht nur die Anwohner, auch viele andere Wolfratshauser Bürgerinnen und Bürger schätzen dieses Quartier sehr wie die 76 Unterschriften zeigen, die der Historische Verein Wolfratshausen in nur einem Tag spontan gesammelt hat.

Wir wollen die Geschichte dieses Viertels nun näher erforschen und bitten alle Besitzer und Mieter in der Alpenstr./Schießstättstr. um Fotos und sonstige Dokumente zur Geschichte ihrer Häuser.

Dr. Sybille Krafft
Vorsitzende des Historischen Vereins Wolfratshausen und
des Vereins “Bürger fürs BADEHAUS Waldram-Föhrenwald”

 

Trenner

Brief Maria Mannes   Leserbrief vom 5.2.17
zum Abbruchantrag Wolfratshausen Alpenstraße 14

Wie bereits vor ca. einem Jahr bekannt wurde, hat der Eigentümer des Anwesens Alpenstraße 14 in Wolfratshausen einen Antrag auf Abbruch des Hauses gestellt. Dieses Haus liegt im Mittelpunkt des Ensembles Alpentraße/Schießstättstraße. Die Häuser sind zwischen 1936 und 1939 als Wohnhäuser für die Vorarbeiter und Angestellten der Rüstungswerke Geretsried errichtet worden und damit wichtige Zeitzeugnisse. Es ist nicht möglich, ohne Schaden für das Gesamtbild ein Glied aus dieser Reihe herauszubrechen. Diese Argumente haben schon damals die Vertreter des Denkmalschutzes vorgebracht und auf die Einmaligkeit dieser Straßenzüge hingewiesen. Ein wie auch immer gestalteter Neubau kann das Original nicht ersetzen.
Die Behauptung, der Bau sei nicht sanierungsfähig, greift nicht. Es sind bereits viele dieser Häuser auf einen modernen Stand gebracht worden und haben einen zeitgemäßen Wohnkomfort. Der Ensembleschutz betrifft ohnehin nur die Außenmauern, Fenster, Türen und das Dach. Die Mauerstärke von ca. 40 cm macht eine Dämmung überflüssig und die Innensanierung unterliegt keinen Beschränkungen.

Ich hoffe sehr, dass der Abbruch unterbleibt, das Gebäude saniert wird und damit kein irreparabler Schaden für das Ensemble Alpenstraße/Schießstättstraße entsteht.

Mit freundlichen Grüßen
Maria Mannes
Kreisheimatpflegerin

 

Trenner

Brief Dr. Kaija Voss   Leserbrief vom 6.2.17 an die SZ und den ILB/Merkur
zum Abbruchantrag Wolfratshausen Alpenstraße 14

Ein knappes Jahr ist es her, dass schon einmal Proteste gegen den geplanten Abriss des zum Denkmalensemble Wolfratshauser Alpenstraße/Schießstättstraße gehörenden Hauses Alpenstraße 14 laut wurden. Ein Jahr, in dem sich offenbar nichts im Sinne der Entwicklung eines Denkmalbewusstseins bei den Abrissforderern getan hätte. Im Gegenteil: Der Abriss droht akut. Die Folgen wären katastrophal, denn das Ensemble könnte nach und nach seine Denkmaleigenschaft verlieren. Gerade weil die Häuser zu den “unbequemen Denkmalen” gehören und eng mit der Geschichte der Geretsrieder Rüstungswerke und damit auch mit Waldram zusammenhängen, müssen sie insgesamt erhalten bleiben. Denkmalschutz gemäß des Bayerischen Denkmalschutzgesetzes bedeutet immer ein “öffentliches Interesse” für das zu schützende Objekt. Dieses ist jetzt deutlich stärker und offensiver geworden, das hat sich letzten Sonntag in der Protest-Kundgebung gezeigt: 67 Unterschriften sind für die Erhaltung des Hauses gesammelt worden. Allen Denkmalbefürwortern gibt dies erneut Hoffnung auf die Erhaltung des Hauses und ein Umdenken im Sinne der Wertschätzung historischen Baubestandes.

Dr. Kaija Voss / Architekturhistorikerin
Vorstandsmitglied des Historischen Vereins Wolfratshausen e.V.

 

Trenner

HVW, Alpenstraße 14, Protestaktion

PRESSE 2017

3.5.17 – merkur.de/Wolfratshausen – Peter Herrmann
Denkzettel gegen Abriss
Historischer Verein schöpft neue Hoffnung im Kampf um Erhalt des Ensembles an der Alpenstraße. Eine Änderund des Denkmalschutzgesetzes macht es möglich.
28.4.17 – bayerische-staatszeitung.de/Bauen – Dr. Kaija Voss
Monumentaler Neoklassizismus
Bayerische Baustilkunde – Architektur im Nationalsozialismus – Das Ensemble steht unter Denkmalschutz: Auch die von 1936 bis 1938 in Wolfratshausen entstandene Wohnsiedlung “Isarleiten” für Angestellte der Sprengstoffwerke von Geretsried, gehört zur Architektur im Nationalsozialismus. Heute steht das zwischen Alpenstraße und Schießstättstraße gelegene Ensemble unter Denkmalschutz.
17.2.17 – merkur.de/Wolfratshausen –
Alpenstraße 14: Abriss genehmigt
Das Wohnhaus an der Alpenstraße 14 darf abgerissen werden. Wie Marlis Peischer, Pressesprecherin des Landratsamts, am Donnerstag mitteilte, hat die Kreisbehörde dem Antrag auf Vorbescheid zugestimmt.
17.2.17 – sueddeutsche.de/Wolfratshausen – Barbara Briessmann
Wolfratshausen reißt seine Geschichte ab
Nach Isar-Kaufhaus und Knödler-Anwesen soll nun ein Bau in der Alpenstraße verschwinden. Historischer Verein und Kreisheimatpflege warnen: “Es geht nur ums Geld.”
9.2.17 – merkur.de/Wolfratshausen – Frederik Lang
Alpenstraße 14: Entscheidung noch diese Woche
Abriss ja oder nein? Diese Frage wird das Landratsamt noch in dieser Woche beantworten. Die Chancen, das historische Ensemble zu erhalten, stehen schlecht.
7.2.17 – sueddeutsche.de/Wolfratshausen – Felicitas Amler
Kampf um das historische Gesicht der Stadt
Ein Privathaus im geschützten Ensemble an der Wolfratshauser Alpenstraße soll abgerissen werden – der Historische Verein protestiert dagegen
5.2.17 – sueddeutsche.de/Wolfratshausen – Thekla Krausseneck
Protest gegen Abriss
Der Historische Verein möchte ein denkmalgeschütztes Haus in der Wolfratshauser Alpenstraße bewahren und wendet sich an den Landrat
5.2.17 – merkur.de/Wolfratshausen – Patrick Staar
Anwohner protestieren gegen Abriss
Das Wohnhaus an der Alpenstraße 14 ist akut abrissgefährdet. Diese Nachricht hat den Historischen Verein Wolfratshausen alarmiert. Spontan organisierte die Vorsitzende Dr. Sybille Krafft eine Proteste-Kundgebung, an der sich am Sonntag gut 50 Wolfratshauser beteiligten. Ihr Ziel: “Wir wollen dafür kämpfen, dass das Ensemble in seiner Geschlossenheit erhalten bleibt.”

HVW, Wolfratshausen, Alpenstraße

PRESSE 2016
8.3.16 – sueddeutsche.de/Wolfratshausen – Claudia Koestler
Historisches Ensemble
Heimatpflegerin setzt sich für Erhalt der Alpenstraße ein
24.2.16 – merkur.de/Wolfratshausen – Frederik Lang
Wie viel ist der Denkmalschutz in Wolfratshausen wert?
Das Wohnhaus an der Alpenstraße 14 soll abgerissen werden. Anschließend soll es durch einen Neubau ersetzt werden. Die Kreisheimatpflegerin ist damit nicht einverstanden. Sie verweist auf den Denkmalschutz.

Wohnsiedlung Alpenstraße/Schießstättstraße – Aktennummer E-1-73-147-2 – in der Liste der Baudenkmäler in Wolfratshausen

Trenner