Nantwein
Geschichte und Geschichten aus Nantwein
vorgestellt von Bernhard Reisner
Herzog Rudolf, der älteste Sohn Herzog Ludwigs des Strengen, residierte um 1286 auf der Wolfratshauser Burg. Er hatte den harten, ungerechten und raffgierigen Pfleger und Verwalter Ganter eingesetzt.
Ganter verkehrte mit seinen Gefolgsleuten öfters in der Herberge und Schankwirtschaft “zum feurigen Lindwurm” in Wolfratshausen.
Geführt wurde die Schänke von einer gottlosen Wirtin, die bereits vier Mal verheiratet gewesen war und jedes Mal ihren Mann vergiftet hatte.
Konrad Nantvin, ein Pilger aus dem Norden, kam 1286 durch Wolfratshausen und stieg in der besagten Herberge ab. Er wäre nicht weiter aufgefallen, hätte er neben seinem schlichten Pilgergewand nicht einen prächtigen Schimmel und eine offensichtlich gut gefüllte Geldkatze dabei gehabt.
Schnell erfuhr der Pfleger Ganter von dem Mann mit dem Schimmel, und er versuchte, das Tier durch Tausch oder Geld in seinen Besitz zu bekommen. Nantvin wollte aber nicht.
Nachdem sich der Pilger zur Ruhe gelegt hatte, begab sich die Wirtin durch einen unterirdischen Gang hinauf zur Burg. Ganter überredete sie, die Anklage vorzubringen, dass Nantvin ihren behinderten Sohn verführt hätte.
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