Oase des Friedens
Termine 2007–2012 – Faltblatt – Der Tassilo-Preis – Architektur/Aufbau der Ausstellung – Grundriss
“Wir lebten in einer Oase des Friedens . . .”
Die Geschichte einer jüdischen Mädchenschule 1926–1938
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Die Wanderausstellung gastiert derzeit bis zum 26.2.2012
in der Georgskapelle der St. Gumbertuskirche
Johann-Sebastian-Bach-Platz, 91522 Ansbach
Besichtigung:
Mo–Sa 9–17 Uhr zu den Öffnungszeiten der Kirche
und So 11–17 Uhr, mit Ausnahme der Gottesdienstzeiten
Öffentliche Führungen (ohne Anmeldung)
unter Leitung von: Brigitte Broucek-Schmidt und Ute Lang-Spingler
Die Ausstellung wird ergänzt durch die Dokumentation des Schicksals der jüdischen Schülerin Elfriede Schild (geb. 22.8.1921 in Ansbach, ermordet 25.11.1941 in Kaunas), die im Schuljahr 1936/37 die Schule in Wolfratshausen besuchte. Sie war vorher fünf Jahre lang Schülerin des Theresien-Gymnasiums in Ansbach. Die Arbeitsgemeinschaft “Geschichte” des Gymnasiums Carolinum in Ansbach hat ihr Schicksal erforscht und dokumentiert.
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Das Buch zum Projekt Inhalt • Vorwort • Einführung 144 Seiten, ca. 200 Farbabb. |
| Für die Bildungsarbeit in bayerischen Schulen ist die broschürte Ausgabe in größerer Stückzahl kostenlos bzw. gegen eine Schutzgebühr über die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit erhältlich. | |
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DAS PROJEKT
Seit Sommer 2002 erforscht ein ehrenamtliches Team – Dagmar Bäuml-Stosiek, Gisela Egelhaaf, Hannelore Greiner, Christine Noisser, Marlene Petsch – des Historischen Vereins Wolfratshausen e.V. unter Leitung von Dr. Sybille Krafft und Kirsten Jörgensen die Geschichte der jüdischen Haushaltsschule in Wolfratshausen (1926–1938).
Es handelt sich dabei um eine Kooperation zwischen dem Historischen Verein und der Kirchengemeinde Wolfratshausen. Die Herstellungskosten für die Produktion einer bundesweiten Wanderausstellung übernahmen das Bundesfamilienministerium sowie weitere Förderer.
Die Ausstellung wurde gefördert im Rahmen des Aktionsprogramms “Jugend für Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus” des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, durch die Bayerische Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit, den Bezirk Oberbayern, die Kulturstiftung der Kreissparkasse Bad Tölz-Wolfratshausen, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Bayern, die Stadt Wolfratshausen u.a.m.
DIE SCHULE
Es war eine besondere Schule in einer besonderen Zeit. Ursprünglich sollten hier die jungen Frauen lernen, einen jüdischen Haushalt nach rituellen Regeln zu führen, und sich auf weiterführende wirtschaftliche, soziale und pädagogische Berufe vorbereiten.
Während der NS-Zeit entwickelte sich die Schule dann zu einem Zufluchtsort. Junge Mädchen aus dem gesamten Deutschen Reich kamen hierher, um sich vor Anfeindung und Ausgrenzung zu schützen oder sich auf ihre Auswanderung vorzubereiten.
Die landwirtschaftliche Ausbildung, die in Wolfratshausen einenbesonderen Stellenwert einnahm, wurde später für viele Schülerinnen geradezu überlebensnotwendig, bildete sie doch eine der Voraussetzungen für ein Visum ins rettende Ausland.
In der Reichspogromnacht am 9./10. November 1938 wurden alle Schülerinnen und Lehrerinnen gewaltsam vertrieben. Die Schule wurde geschlossen.
DIE ZEITZEUGINNEN
Im Zentrum der Ausstellung stehen die Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen, die in Israel, USA, England und Kanada mit der Kamera aufgezeichnet wurden.
Ihre Lebenswege und Geschichten vermitteln einen bewegenden, sehr persönlichen Eindruck von der damaligen Zeit. Erinnert wird aber auch an all die Schülerinnen, die von den Nationalsozialisten ermordet wurden.
DIE AUSSTELLUNG
Die multimediale Ausstellung thematisiert das Schicksal jüdischer Familien in der NS-Diktatur aus der besonderen Sicht der Frauen und Kinder. Als damals wegweisendes Modellprojekt ist die Schule auch heute von überregionaler Bedeutung.
Die Wanderausstellung ist für Museen, Schulen und Gemeindezentren konzipiert; Bildtafeln, Skulpturen, Video- und Hörstationen vermitteln einen vielschichtigen Zugang zum Thema. Ergänzend sind didaktische Unterrichtsmaterialien vorhanden.
Ein Begleitband ist im Verlag Dölling & Galitz in Kooperation mit der Bayerischen Landeszentrale für Politische Bildungsarbeit erschienen.

Am 10. April 2008 erhielt die Arbeitsgruppe “Jüdische Spurensuche” des Historischen Vereins Wolfratshausen den Tassilo-Kulturpreis der Süddeutschen Zeitung für das Projekt “Wir lebten in einer Oase des Friedens …”.
Die Laudatio hielt Regisseur Oliver Storz im Festsaal des Süddeutschen Verlages.
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