Föhrenwald-Waldram
| Lager Föhrenwald – Ausstellung des Stadtarchivs Wolfratshausen 1997 Dokumente, Pläne, Fotos, Berichte über die Zeit von 1939 bis 1957 |
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| Der Rest der Geretteten in Föhrenwald Festvortrag zur Ausstellungseröffnung in Waldram am 6.10.1997 Dr. Juliane Wetzel, Zentrum für Antisemitismusforschung in der TU Berlin |
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| Zwangsarbeiter – Ein Rückblick Dokumentation des Stadtarchivs Wolfratshausen zusammengetragen und veröffentlicht 1997–2007 von Marianne Balder, Stadtarchivarin i.R. |
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Sorge um Erhalt des ehemaligen jüdischen Bades (Mikwe) in Waldram

Pressestimmen:
• Zäher Kampf um Waldrams Mitte – Historischer Verein hofft auf Ensembleschutz für den Kolpingplatz – ILB v. 3.2.12 und Tölzer Kurier v. 4./5.2.2012
• Jüdisches Bad: Sorge um Waldramer Zeitzeugnis – Gläubige Juden nutzten das Haus in Waldram früher zur rituellen Reinigung. Nun soll es Wohnräumen weichen – SZ v. 19.9.2011
Zur Geschichte von Föhrenwald – Ortstafel
Das DP-Lager “Föhrenwald”
Aus dem Vorwort zu den Kapiteln “Draußen waren die anderen” und “Der Geruch der Föhren” in: “Bandenkrieg und erste Liebe – Kindheit im Isar- und Loisachtal” – Hsg. Historischer Verein Wolfratshausen 2007
Das DP-Lager “Föhrenwald” bei Wolfratshausen wurde im Frühjahr 1945 von den Amerikanern in den Arbeiterheimen der ehemaligen IG-Farben Munitionsfabrik eingerichtet. Dort waren bereits kurz zuvor die wenigen Überlebenden des Dachauer Todesmarsches untergebracht worden.
In Bayern existierten kurz nach Kriegsende fast 60 solcher Auffanglager für so genannte Displaced Persons. Als DPs bezeichneten die Alliierten Menschen, die infolge des Krieges aus ihren Heimatländern verschleppt, geflüchtet oder vertrieben worden waren. Deutsche Heimatvertriebene zählten nicht dazu.
Die DPs sollten auf die Auswanderung nach Palästina oder in andere Staaten wie USA, Kanada oder Südamerika vorbereitet werden. Die Mehrheit der anfänglich sechseinhalb bis sieben Millionen DPs in Deutschland verließ diese Lager noch bis September 1945. Eine Million Flüchtlinge und Zwangsarbeiter aus Osteuropa, aber auch rund 150.000 jüdische Überlebende blieben. Diese heimatlos gewordenen Opfer des nationalsozialistischen Regimes hatten zum großen Teil ihre übrige Familie in den Konzentrationslagern verloren. Viele konnten wegen des in Polen weiterhin bestehenden Antisemitismus nicht in ihre Heimatorte zurückkehren, die auch größtenteils durch den Krieg zerstört worden waren.
Das Lager Föhrenwald wurde von den Alliierten ausschließlich für Juden bestimmt. Anfang 1946 lebten dort bis zu 4.000 DPs, im Winter 1951/52 noch immer 2.000. Föhrenwald wurde 1957 als letztes DP-Lager in Deutschland geschlossen. Heute ist es als Ortsteil Waldram der Stadt Wolfratshausen angegliedert.

Hintergrund
Aus: “Unterm Joch – Zwangsarbeit im Wolfratshauser Forst” – von Sybille Krafft und Wolfgang Schäl-
v. Gamm mit Beiträgen von Anna Kubat, Helga Sporer und Anita Zwicknagl, Historischer Verein Wolfratshausen e.V. 2008
Arbeits- und Lebensbedingungen in den Rüstungsbetrieben DAG und DSC
Politische Ausgangslage
Das Reichsarbeitsdienstgesetz (RAD) vom Juni 1935 verpflichtete alle 18- bis 25-jährigen Staatsbürger zu einer militärisch straff organisierten halbjährigen Arbeitszeit im Staatsdienst. Die Jugendlichen bildeten das große Arbeiterpotential der Dienstverpflichteten. Sie wurden während des Kriegs, zeitlich und altersmäßig unbegrenzt, in d er Rüstungs- und Bauindustrie eingesetzt, sofern sie ab 1939 nicht Kriegsdienst leisteten. Der Reichsparteitag in Nürnberg von 1936 gab die landwirtschaftlichen Richtlinien bekannt, die auf Kriegsvorbereitung und Aufrüstung hinwiesen. Zum Aufbau der Rüstungswerke gründete das Reichswirtschaftsministerium die Verwertungsgesellschaft für Montan-Industrie mbH (Montan). Sie erwarb den Baugrund und verpflichtete durch Mantelverträge die führenden Rüstungsunternehmen zum Bau und zum Betrieb der Rüstungswerke.
Im Februar 1937 klagte Heinrich Jost, von 196 bis 1945 Bürgermeister von Wolfratshausen, in einem Bericht an das Reichswirtschaftsministerium über die Armut in seiner Region und bat um Unterstützung durch die Neuansiedlung von Industrien. An Bodenschätzen nannte er vor allem Wald und Lehm. Sein Jammern half; bereits zwei Monate später wurde ein Raumordnungsverfahren im Staatsforst Wolfratshausen zur Ansiedlung von zwei Industriebetrieben eingeleitet. Offiziell war vom Bau einer Schokoladenfabrik die Rede. Die Pläne zum Bau des Sprengstoffwerkes Dynamit A.G. und des Munitionsherstellers Deutsche Sprengchemie wurden verschwiegen. Der Wolfratshauser Forst bot zur Tarnung dieser Werke die besten Voraussetzungen.
Die Rüstungsbetriebe DAG und DSC
Im Auftrag des Reichsrüstungsministeriums und des Oberkommandos des Heeres (OKH) begannen im Januar 1938 im Wolfratshauser Forst der Bau des Werkes „Fabrik zur Verwertung Chemischer Stoffe“ durch den Konzern „Dynamit A.G. (DAG)“ im heutigen Geretsrieder Stadtteil Gartenberg und des Werkes „Deutsche Sprengchemie (DSC)“ durch den Konzern „Westfälisch-Anhaltische Sprengstoff A.G. (WASAG)“ im heutigen Geretsrieder Stadtteil Stein. Die Gesamtfläche betrug 720 Hektar sowie zusätzliches Gelände für die Errichtung eines Barackenlagers. Zur selben Zeit entstanden auch die Wohnsiedlungen für Angestellte sowie Massenwohnlager für Arbeiter der beiden Werke in den Lagern Stein, Buchberg und Föhrenwald. Etwa 6000 Bau- und Montagearbeiter errichteten wechselweise in fünf Jahren die beiden Werke auf einer Gesamtgrundfläche von rund 8,3 Quadratkilometern.
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Das Lager Stein umfasste 32 Steinhäuser, davon 21 Wohnhäuser auf einer Fläche von 24,5 Hektar. Dagegen war das Lager Buchberg mit 20 Holzbaracken auf 12 Hektar etwas kleiner. Relativ groß war schließlich das Lager Föhrenwald mit 76 Wohnhäusern auf 69 Hektar, darunter 13 Sozial- und Verwaltungsbauten.
Außerdem gab es im Werksbereich Friseure, Schuster und einige weitere Dienstleistungsberufe. Ein Krankenrevier als Sozialstation mit Sanitätern und dem Werksarzt sollte für die gesundheitliche Betreuung der Arbeiter sorgen. Für ihre Unterbringung waren verschiedene Wohnkomplexe errichtet worden: das Lager Föhrenwald, das Barackenlager Gartenberg, die Siedlung Isarleiten sowie die Ingenieurhäuser am Ostrand des Werksgeländes. Das Lager Föhrenwald, der heutige Wolfratshauser Ortsteil Waldram, war der größte Unterkunftsbereich der Fabrik Wolfratshausen. Das Gelände umfasste rund 60,7 Hektar. Das Lager war umzäunt und verfügte über ein Stichgleis. Es zählte 72 Gebäude, davon 59 reine Wohnhäuser von unterschiedlicher Größe, dazu mehrere Gebäude für unterschiedliche Funktionen und Dienstleistungen: für Post, Verwaltung, Friseur, Sanitäter; außerdem ein Frauen- und ein Männerbad, ein Kesselhaus und einer Feuerwache.
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| Auswahl der Presse-Berichterstattung (Die Zeitungsartikel können, nach telefonischer Voranmeldung, gern in unserer Geschäftsstelle in der Littig-Villa eingesehen werden.) | ||||
| 29.11.11 | MM | Zwischenstation München Das Jüdische Museum zeigt den Auftakt der Reihe “Juden 45/90. Von da und dort – Überlebende aus Osteuropa” – Sabine Krolitzki |
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| 6.9.10 | ILB | Die Küche im Klassenzimmer Wolfratshauer Gesichter: Sophie Scholz lebt in der ehemaligen jüdischen Schule – Facharbeit über Historie Waldrams – Sabine Hermsdorf |
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| 11.8.10 | SZ | Verstreute Erinnerungen Das Jüdische Museum in München plant eine Ausstellung über das ehemalige Lager Föhrenwald im heutigen Wolfratshauser Stadtteil Waldram – Stephanie Schwaderer |
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| 9.7.10 | SZ | Waldrams historisches Erbe Neue Gedenktafel erinnert an die Zeit des Stadtteils unter dem NS-Regime – Philipp Bröckers |
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| 8.7.10 | ILB | Heimat für Heimatlose Arbeitsgruppe Föhrenwald Waldram – Tim Herlitze |
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| 26.2.10 | ILB | Ort des Schreckens und der Hoffnung – Dieter Klug | ||
| 8.5.07 | SZ | Faszinierender Rundgang Daniella Seidl erläutert die Geschichte Waldrams – pop |
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| 3.5.07 | SZ | Wechselvolle Geschichte Historischer Verein bietet Führung durch Waldram – sci |
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| Föhrenwald-Waldram – Die Straßennamen 1939 – 1956 |
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| Detaillierte Liste der Straßen |
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Weiterführende Links:
1. Umfassende Hintergrund-Recherche in Joachim Brauns Der Rest der Geretteten
2. Michaela Meliáns Föhrenwald-Installation in St. Matthias
3. Zum Reinhören: Föhrenwald von Michaela Melián
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