Föhrenwald-Waldram

Waldram Ortstafel

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7.4.12 – Erfolg: Die ehemalige Mikwe in Waldram bleibt erhalten!

HVW - Waldram - Kolpingplatz

Siedlergemeinschaft Waldram

Auch die Siedlergemeinschaft Waldram und die DJK Waldram arbeiten
aktiv für den Erhalt der zwei Gebäude am Kolpingplatz mit!

PRESSESTIMMEN:

  • merkur-online – 14.4.12 – dor
    Kolpingplatz: Neue Büste für den Brunnen
    Der Brunnen des Kolpingplatzes in Waldram bleibt noch eine Zeit lang kopflos. Um einen Ersatz kümmert sich die Stadt aber bereits.
  • SZ* – 7./8./9.4.12 – Bernhard Lohr
    Weg frei für Dokumentationsstätte
    Erzdiözese erhält Gebäude am Waldramer Kolpingplatz – Geschichte des Lagers Föhrenwald soll präsentiert werden.
  • SZ – 7./8./9.4.12 – Isabel Meixner
    Die Erfüllung eines Traums
    Eva Greif kann jetzt beginnen, eine Dokumentationsstätte zu schaffen – Interview
  • SZ – 6.4.12 – Bernhard Lohr
    Zweiter Neustart in Waldram
    Früher begann für Displaced Persons hier eine neue Zeitrechnung, nun soll das historische Ensemble selbst umgebaut werden. Doch es sind noch einige Fragen ungeklärt.
  • ILB – 6.4.12 – nie
    Kolpingplatz: Engagement von Erfolg gekrönt
    Die Tür zum Erhalt des Kolpingplatzes in Waldram und der beiden darauf stehenden Gebäude ist seit Donnerstag weit geöffnet.
  • SZ – 5.4.12 – Bernhard Lohr
    Durchbruch für historisches Ensemble
    Das Erzbistum München-Freising rückt von seinem Vorhaben ab, das ehemalige jüdische Badehaus abzureißen – und stimmt in einer Gesprächsrunde den Plänen des Historischen Vereins zu.
  • SZ – 2.4.12 – Lisa Sonnabend
    Zwei verbogene Löffel und viele Erinnerungen
    Es ist eines der unbekannten Kapitel der deutschen Geschichte: die Displaced-Persons-Lager. Wer den Holocaust überlebt hatte und zu schwach, arm oder krank war, das Land der Täter zu verlassen, fand hier eine neue Heimat. Jetzt berichten Bewohner aus Föhrenwald bei Wolfratshausen über ihre Zeit dort.
  • SZ – 2.4.12 – Lisa Sonnabend
    Vom Abriss bedroht
    Greif gründete 2007 mit vier Bekannten den Arbeitskreis Föhrenwald. Am Eingang zur Siedlung haben sie eine Informationstafel aufgestellt, immer wieder organisieren sie Veranstaltungen über die Geschichte des Ortes, die meist sehr gut besucht sind. Nun soll bald ein historischer Pfad durch Waldram führen, den eine von Greifs Schülerinnen in ihrer Facharbeit entwickelt hat.
  • SZ – 30.3.12 – Isabel Meixner
    Bürgermeister soll Farbe bekennen
    Die Wolfratshauser fordern Helmut Forster auf, sich für das historische Ensemble am Waldramer Kolpingplatz einzusetzen. Doch der gibt sich erneut zurückhaltend.
  • ILB – 26.3.12 – njd
    Gebäude dürfen nicht “der Spitzhacke” zum Opfer fallen
    Abreißen oder für die Nachwelt erhalten? Wenn es um die Zukunft des bedrohten Gebäude-Ensembles auf dem Kolpingplatz in Waldram geht, spricht sich die CSU Wolfratshausen klar für einen Erhalt aus.
  • SZ – 26.3.12 – Barbara Szymanski
    Überraschende Vehemenz
    Die Siedlergemeinschaft und die DJK Waldram fordern mit deutlichen Worten den den Erhalt der vom Abriss bedrohten Gebäude. Bürgermeister Forster versucht zu beschwichtigen – und gießt damit Öl ins Feuer.
  • ILB – 25.3.12 – tal
    Klares Bekenntnis gefordert
    Die Siedler von Waldram wollen für den Erhalt ihres Kolpingplatzes kämpfen. Bürgermeister Helmut Forster machte ihnen in ihrer Jahresversammlung wenig Hoffnung . . . Wenigstens eine gute Nachricht hatte der Bürgermeister für die Eigenheimer: Eine neue Kolping-Büste als Ersatz für die, die vor einem halben Jahr von Unbekannten vom Brunnen geklaut worden war, sei in Arbeit.

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* Aus rechtlichen Gründen dürfen wir die SZ-Artikel hier nicht schriftlich wiedergeben; sie können jedoch, nach telefonischer Voranmeldung, gern in unserer Geschäftsstelle in der Littig-Villa eingesehen werden.

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Weitere Presseartikel Weitere Presseartikel 2012

Auswahl der Presse-Berichterstattung 2007–2011
(Die Zeitungsartikel können, nach telefonischer Voranmeldung, gern in unserer Geschäftsstelle in der Littig-Villa eingesehen werden.)

 

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Zur Geschichte von Föhrenwald – Ortstafel

Das DP-Lager “Föhrenwald”
Aus dem Vorwort zu den Kapiteln “Draußen waren die anderen” und “Der Geruch der Föhren” in: “Bandenkrieg und erste Liebe – Kindheit im Isar- und Loisachtal” – Hsg. Historischer Verein Wolfratshausen 2007

Das DP-Lager “Föhrenwald” bei Wolfratshausen wurde im Frühjahr 1945 von den Amerikanern in den Arbeiterheimen der ehemaligen IG-Farben Munitionsfabrik eingerichtet. Dort waren bereits kurz zuvor die wenigen Überlebenden des Dachauer Todesmarsches untergebracht worden.

In Bayern existierten kurz nach Kriegsende fast 60 solcher Auffanglager für so genannte Displaced Persons. Als DPs bezeichneten die Alliierten Menschen, die infolge des Krieges aus ihren Heimatländern verschleppt, geflüchtet oder vertrieben worden waren. Deutsche Heimatvertriebene zählten nicht dazu.

Die DPs sollten auf die Auswanderung nach Palästina oder in andere Staaten wie USA, Kanada oder Südamerika vorbereitet werden. Die Mehrheit der anfänglich sechseinhalb bis sieben Millionen DPs in Deutschland verließ diese Lager noch bis September 1945. Eine Million Flüchtlinge und Zwangsarbeiter aus Osteuropa, aber auch rund 150.000 jüdische Überlebende blieben. Diese heimatlos gewordenen Opfer des nationalsozialistischen Regimes hatten zum großen Teil ihre übrige Familie in den Konzentrationslagern verloren. Viele konnten wegen des in Polen weiterhin bestehenden Antisemitismus nicht in ihre Heimatorte zurückkehren, die auch größtenteils durch den Krieg zerstört worden waren.

Das Lager Föhrenwald wurde von den Alliierten ausschließlich für Juden bestimmt. Anfang 1946 lebten dort bis zu 4.000 DPs, im Winter 1951/52 noch immer 2.000. Föhrenwald wurde 1957 als letztes DP-Lager in Deutschland geschlossen. Heute ist es als Ortsteil Waldram der Stadt Wolfratshausen angegliedert.

HVW - Waldram - Prälat-Maier-Platz_1940

Hintergrund
Aus: “Unterm Joch – Zwangsarbeit im Wolfratshauser Forst” – von Sybille Krafft und Wolfgang Schäl-
v. Gamm mit Beiträgen von Anna Kubat, Helga Sporer und Anita Zwicknagl, Historischer Verein Wolfratshausen e.V. 2008

Arbeits- und Lebensbedingungen in den Rüstungsbetrieben DAG und DSC

Politische Ausgangslage
Das Reichsarbeitsdienstgesetz (RAD) vom Juni 1935 verpflichtete alle 18- bis 25-jährigen Staatsbürger zu einer militärisch straff organisierten halbjährigen Arbeitszeit im Staatsdienst. Die Jugendlichen bildeten das große Arbeiterpotential der Dienstverpflichteten. Sie wurden während des Kriegs, zeitlich und altersmäßig unbegrenzt, in d er Rüstungs- und Bauindustrie eingesetzt, sofern sie ab 1939 nicht Kriegsdienst leisteten. Der Reichsparteitag in Nürnberg von 1936 gab die landwirtschaftlichen Richtlinien bekannt, die auf Kriegsvorbereitung und Aufrüstung hinwiesen. Zum Aufbau der Rüstungswerke gründete das Reichswirtschaftsministerium die Verwertungsgesellschaft für Montan-Industrie mbH (Montan). Sie erwarb den Baugrund und verpflichtete durch Mantelverträge die führenden Rüstungsunternehmen zum Bau und zum Betrieb der Rüstungswerke.

Im Februar 1937 klagte Heinrich Jost, von 196 bis 1945 Bürgermeister von Wolfratshausen, in einem Bericht an das Reichswirtschaftsministerium über die Armut in seiner Region und bat um Unterstützung durch die Neuansiedlung von Industrien. An Bodenschätzen nannte er vor allem Wald und Lehm. Sein Jammern half; bereits zwei Monate später wurde ein Raumordnungsverfahren im Staatsforst Wolfratshausen zur Ansiedlung von zwei Industriebetrieben eingeleitet. Offiziell war vom Bau einer Schokoladenfabrik die Rede. Die Pläne zum Bau des Sprengstoffwerkes Dynamit A.G. und des Munitionsherstellers Deutsche Sprengchemie wurden verschwiegen. Der Wolfratshauser Forst bot zur Tarnung dieser Werke die besten Voraussetzungen.

Die Rüstungsbetriebe DAG und DSC
Im Auftrag des Reichsrüstungsministeriums und des Oberkommandos des Heeres (OKH) begannen im Januar 1938 im Wolfratshauser Forst der Bau des Werkes „Fabrik zur Verwertung Chemischer Stoffe“ durch den Konzern „Dynamit A.G. (DAG)“ im heutigen Geretsrieder Stadtteil Gartenberg und des Werkes „Deutsche Sprengchemie (DSC)“ durch den Konzern „Westfälisch-Anhaltische Sprengstoff A.G. (WASAG)“ im heutigen Geretsrieder Stadtteil Stein. Die Gesamtfläche betrug 720 Hektar sowie zusätzliches Gelände für die Errichtung eines Barackenlagers. Zur selben Zeit entstanden auch die Wohnsiedlungen für Angestellte sowie Massenwohnlager für Arbeiter der beiden Werke in den Lagern Stein, Buchberg und Föhrenwald. Etwa 6000 Bau- und Montagearbeiter errichteten wechselweise in fünf Jahren die beiden Werke auf einer Gesamtgrundfläche von rund 8,3 Quadratkilometern.
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Das Lager Stein umfasste 32 Steinhäuser, davon 21 Wohnhäuser auf einer Fläche von 24,5 Hektar. Dagegen war das Lager Buchberg mit 20 Holzbaracken auf 12 Hektar etwas kleiner. Relativ groß war schließlich das Lager Föhrenwald mit 76 Wohnhäusern auf 69 Hektar, darunter 13 Sozial- und Verwaltungsbauten.

Außerdem gab es im Werksbereich Friseure, Schuster und einige weitere Dienstleistungsberufe. Ein Krankenrevier als Sozialstation mit Sanitätern und dem Werksarzt sollte für die gesundheitliche Betreuung der Arbeiter sorgen. Für ihre Unterbringung waren verschiedene Wohnkomplexe errichtet worden: das Lager Föhrenwald, das Barackenlager Gartenberg, die Siedlung Isarleiten sowie die Ingenieurhäuser am Ostrand des Werksgeländes. Das Lager Föhrenwald, der heutige Wolfratshauser Ortsteil Waldram, war der größte Unterkunftsbereich der Fabrik Wolfratshausen. Das Gelände umfasste rund 60,7 Hektar. Das Lager war umzäunt und verfügte über ein Stichgleis. Es zählte 72 Gebäude, davon 59 reine Wohnhäuser von unterschiedlicher Größe, dazu mehrere Gebäude für unterschiedliche Funktionen und Dienstleistungen: für Post, Verwaltung, Friseur, Sanitäter; außerdem ein Frauen- und ein Männerbad, ein Kesselhaus und einer Feuerwache.

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Hintergrund-Info zu Föhrenwald-Waldram Lager Föhrenwald – Ausstellung des Stadtarchivs Wolfratshausen 1997
Dokumente, Pläne, Fotos, Berichte über die Zeit von 1939 bis 1957
Der Rest der Geretteten in Föhrenwald
Festvortrag zur Ausstellungseröffnung in Waldram am 6.10.1997
Dr. Juliane Wetzel, Zentrum für Antisemitismusforschung in der TU Berlin
Zwangsarbeiter – Ein Rückblick
Dokumentation des Stadtarchivs Wolfratshausen zusammengetragen und veröffentlicht 1997 bis 2007 von Marianne Balder, Stadtarchivarin i.R.
Erinnerungen
Auszüge aus Gesprächen und Korrespondenz zwischen Marianne Balder und einigen ehemaligen Fremdarbeitern, jüdischen Lagerbewohnern, Angehörigen der amerikanischen Militärregierung und Frauen, die freiwillig im Lager gearbeitet haben – als Vorbereitung auf die “Föhrenwald-Ausstellung” des Stadtarchivs Wolfratshausen im Oktober 1997

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Föhrenwald-Waldram – Die Straßennamen 1939 – 1956
HVW - Föhrenwald Straßenplan